Aussterben; der Umwelt zuliebe.

(3/2016 A.D.)
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“Das Unglück der Menschheit besteht darin, dass sie nicht in Ruhe
und Frieden aussterben will.” – B.F.

Ein recht provokanter Titel ich weiß. Es ist aber auch
nur eine Überschrift für ein paar Gedanken zur Ökologie.
Um in der Realität zu bleiben werde ich auf metaphysische
Dinge verzichten und mich weitestgehend am Positivismus
orientieren.

A.) Als versuch den Menschen in seiner Einwirkung auf die
Welt/Umwelt einzuschätzen hat man den ökologischen
Fußabdruck[1] erfunden. Es ist ein Maß um zu bemessen
wie viel Erdoberfläche ein Mensch benötigt um seinen
Lebensstil zu erhalten.

Ökologischer Fußabdruck.
Ökologischer Fußabdruck.
(Je roter desto mehr Verbrauch.)

B.) Eine weitere Kennzahl ist die Biokapazität[2]. Sie ist eine
Maßzahl für die Kapazität eines Ökosystems. Verschiedene
Länder haben verschiedene Kapazitäten. Viel Kapazität hat z.b.
Kanada. Wenig hat z.B. Indien.

Biokapazität
Biokapazität.
(Je grüner desto mehr Kapazität.)

C.) Als dritte Kennzahl ist hier das ökologische Defizit zu
nennen[3]. Das ist eine Maßgabe mit deren man feststellen kann
ab wann der Raubbau der Natur beginnt. Es ist sozusagen die
Quintessenz des ökol. Fußabdrucks und der vorhandenen
Biokapazität. Viel Biokapazität hat ja z.b. Kanada. Aufgrund der
relativ geringen Bevölkerungsdichte ist das ökologische Defizit von
Kanada im Plus. In den U.S.A ist es allerdings klar im Minus.

Zur Übersicht sehen sie sich folgende Grafik an:

Ökologisches Defizit oder Reserve.
Ökologisches Defizit oder Reserve.
(Rot = Defizit, Grün = Reserve)

Dort sehen sie das die gelb, orange und rot gefärbten Länder
ökologisch auf Kosten der Ökologie der grüngefärbten leben.
Zwar nicht direkt aber zumindest indirekt. Im Endeffekt
wird eh oft erst mal im eigenen Land Raubbau betrieben.
Das Problem ist jetzt vielleicht weniger das dem so ist sondern
das die Differenz ein so enormes Ausmaß hat und die meisten
Entwicklungsländer sich langsam eher in die rötliche Richtung
entwickeln werden. (Bhutan, Ecuador, Bolivien u.a. seien hier
aber löblich erwähnt.)

1.) Allen Menschen auf dem Planeten einen Lebensstil zu
ermöglichen wie er im heutigen Westen (2016 A.D.)
herrscht ist ohne technologische Revolutionen unmöglich.
Der komplette ökologische Zusammenbruch wäre
innerhalb kurzer Zeit vorprogrammiert.

2.) Man kann das ökologische Defizit eines Gebietes primär über
zwei Dinge verbessern. Entweder es sinkt der durchschnittliche
ökol. Fußabdruck der Bevölkerung eines bestimmten Gebietes
oder die Bevölkerung des Gebietes schrumpft als Ganzes.

Gut. Lassen wir den Wind mal drehen. Angeblich ist das kein
Problem solange man die Segel richtig setzt. Für mich steht
derzeit nur eine Sache als Rechtfertigung für Armut im Raum
und das ist der Schutz unseres ökologischen Systems vor
Überbelastung. Sadismus ist als pathologisch zu betrachten
und dient keineswegs der Rechtfertigung. Eine
Argumentationsschiene der allerdings schwer beizukommen
ist das Armut Kräfte freisetzt. Klar wenn ihre Kinder
hungern werden sie auch 12 Std. am Tag im Bergwerk
schuften. Das Problem ist dabei aber nicht so sehr das
sie soviel schuften müssen damit Ihre Kinder nicht
verhungern sondern das sie in eine dauerhaftige
Abhängigkeit kommen aus der es nur sehr schwer
ein Entrinnen gibt. Diese Abhängigkeit wird übrigens
mit hoher Wahrscheinlichkeit vererbt.

Arne Næss[4], ein norwegischer Philosoph hatte
hier eine kontroverse Ansicht. Zum einen war er der Ansicht
das man die gesamte Weltbevölkerung auf ein “vertretbares
Mindestmaß” reduzieren sollte. Und, dass die Migration von
einem Menschen mit einem geringen ökol. Fußabdruck in
ein Land das einen großen durchschnittlichen ökol.
Fußabdruck hat bewirkt, dass der/die Migrant*in und
deren Kinder den höheren Standard annehmen und
damit zu einer Verschlechterung der Gesamtbilanz
führen. Angeblich soll eine sinkende erwerbstätige
Bevölkerung rein rechnerisch unangenehm sein aber
nicht das Maß an Übelkeit in sich tragen das ständig
von Politik und Medien suggeriert wird. Ich denke das diese
Auffassung bezgl. Migration nur im Legoland[5] wirklich
haltbar ist und die Realität bedeutendere Effekte bereithält.

Wohin wenn überall Arschlöcher die Welt anzünden? Natürlich
haben die in der dritten Welt ab und an Satellitenfernsehen.
Wie sollen die den denn Werbeversprechungen in der ersten
Welt entkommen? Was soll man tun wenn die ganze Familie
zusammenlegt und man als fittester nach Europa geschickt
wird? Wie sollte man ohne Geld zurückkommen? Ohne den
Dingen die alle daheim im Satellitenfernsehen sehen? Man
ging in die Fremde um Reichtum heimzuholen; wie ohne
etwas von all dem zurückkehren?

(Die Finanzmittel die Wirtschaftsflüchtlinge heimschicken
übersteigt weit den Betrag den die erste Welt den Armen als
Entwicklungshilfe gewährt.)

Aber die Sache mit der Weltbevölkerung ist alles in allem leider
wahr.

Jedoch was will man machen? Den Care-Paketen Kondome[6]
beilegen? Was machen wenn die Kinder die einzige Chance
sind um im Alter versorgt zu sein? Was wenn die einzige
gesellschaftliche anerkannte Daseinsform für Frauen das
Kinderkriegen (und evtl. Wasser und Holz holen) ist?
Was wenn man mit 12 Brüste kriegt, mit 13 vergewaltigt[7]
wird und mit 14 bereits das erste Kind hat? Was wenn… ?
U.s.w.u.s.f. .

Nun im Allgemeinen sagt man das man die Geburtenrate durch
Integration der Frauen in die Arbeitswelt und durch Bildung
anpassen kann. Natürlich ist auch das Angebot von Einrichtungen
zur Familienplanung(Verhütung) wichtig. Mit der
voranschreitenden Entwicklung kommt es dann automatisch zu
einem Abfall der Geburtenrate wobei zusätzlich auch das Alter der
ersten Heirat nach oben tendiert. Zumindest für einige Länder
ist diese Erkenntnis noch wichtig. Alles in allem geht man
derzeit aber eh nicht davon aus das ihr viel mehr als insgesamt
10 Milliarden werdet. Zumindest wenn man die vergangene
Entwicklung berücksichtigt und das dann hochrechnet.

Abschließend möchte ich hier Hans Jonas zitieren:

“Handle so, daß die Wirkungen deiner Handlungen verträglich
sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf Erden.“

– Das Prinzip Verantwortung

Damit hättet ihr eine Antwort ob aussterben wirklich notwendig ist
oder ob ihr durchaus die Zeit habt zu ökologisch verträglichen
Robotern zu werden. Und vergesst nicht, nicht nur ihr werdet
wie Roboter sondern auch Roboter werden so wie ihr so seid.
Wo beide streben wird alles gut.

PS: Ich verweise hier bewusst auf viele Wikipedia-Quellen
weil das in diesem Zusammenhang kaum eine qualitative
Einschränkung zu anderen Quellen hervorruft. Die Zahlen
die die Autor*innen der Wikipedia verwendet sind insofern
nicht durch einen Interpretationsspielraum korrumpiert
weil sie eins zu eins aus den Global verfügbaren “großen”
Statistiken entnommen sind. Wenn diese Zahlen lügen,
lügen sie da wie dort. Wikipedia wird allerdings im
professionellen Umfeld immer dann gemieden wenn
eine gewisse Deutung in die eine oder andere Richtung
möglich ist. Eine Deutungshoheit überlässt man nicht der
Wikipedia, klar. Z.B.: Eine Aussage über die Bedeutung von
Bildern bei L.Wittgenstein ist nicht eindeutig zu treffen.
(Schon gar nicht im Moment wo man ja erst neulich aufgetauchte
Mitschriften über dieses Thema zu analysieren hat.)
Im Allgemeinen gilt bei Unsicherheiten:
Die Wikipedia ist nicht zitierfähig.

Liebes Tagebuch: Gesamtsituation derzeit suboptimal.
Liebes Tagebuch: Gesamtsituation derzeit suboptimal.

[1] Unter dem ökologischen Fußabdruck wird die Fläche auf
der Erde verstanden, die notwendig ist, um den Lebensstil
und Lebensstandard eines Menschen (unter den heutigen
Produktionsbedingungen) dauerhaft zu ermöglichen.

https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96kologischer_Fu%C3%9Fabdruck

[2] Biokapazität oder auch biologische Kapazität ist die Kapazität
eines Ökosystems, nützliche biologische Materialien zu
produzieren und durch den Menschen erzeugte Abfallstoffe zu
absorbieren.

https://de.wikipedia.org/wiki/Biokapazit%C3%A4t

[3] https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96kologisches_Defizit

[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Arne_N%C3%A6ss

[5] http://www.legoland.de/Entdeckt-LEGOLAND/Neu-Virtuelle-Parktour/

[6] Ich habe mal von böse Zungen gehört das Kondome nicht viel
bringen weil in vielen Gegenden Vergewaltiger(*innen) prinzipiell
keine Kondome verwenden. Es kam tatsächlich auch zur Sprache
das es so etwas wie eine Genkombination gibt die die Chance das
wer zu einem/r Vergewaltiger*in wird erhöht. Mir blieb wie sooft
gegen Biologist*innen nichts anderes übrig als mit der Umwelt als
Einflussfaktor zu argumentieren. Natürlich spielt da auch die
Gelegenheit eine Rolle. Das ist wohl auch der Grund warum der
meiste sexuelle Missbrauch innerhalb der Familie/Bekanntschaft
und nicht auf der Straße stattfindet. Übrigens: Der vollzogene
Geschlechtsakt innerhalb einer Zwangsehe ist auch nicht das
was ich unter einem Koitus in beiderseitigem Einverständnis
verstehe.

[7] Vergewaltigung ist übrigens immer auch, nicht nur aber eben
auch, eine Machtdemonstration. Selbst bin ich ja geneigt zu sagen
das jede*r Vergewaltiger*in schnellst möglich zur Rechenschaft
gezogen werden muss; zumindest wenn es auch nur irgendwie möglich ist. Wenn schon nicht aus Selbstrespekt, dann den potenziellen nächsten Opfern zuliebe.

— End-of-Topic —