Aphorismen – IV.

(12/2016 A.D.)
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Hier nun der vierte Teil meiner Aphorismensammlung.


175: Alles ist Propaganda.

176: Je näher man der Wahrheit kommt desto unzumutbarer
wird sie manchmal.

177: Das Verhältnis zwischen Geisteswissenschaften und
Naturwissenschaften ist wie das Verhältnis zwischen Körper
und Geist.

178: Der freie Wille kann nur erhalten werden
wenn man seine Vorstellungen über ihn ändert.

179: Das Ende des freien Willens ist nicht das Ende der Welt.
Vielmehr wahr ist, dass es zu Ende gedacht nicht wirklich etwas
ändert.

180: Niemand der alleine durch die Hölle gegangen ist
würde darüber sprechen.

181: Kitzeln und kitzlig sein dient der Förderung von
Körperkontakt unter den Tieren. (Wahrscheinlich 😉 )

182: Es kann keine Zeitreisen geben weil es in unserem
Universum keine andere Zeit gibt als eben jene in der wir leben.

183: Werbung macht aus eigentlich unklugen Entscheidungen
rational fundierte Entscheidungen.

184: Die Notwendigkeit eines friedlichen & solidarischen
Zusammenlebens. Viel mehr hätten die Religionen dem
Menschen nicht vorschreiben sollen.

185: Es bestehen aller Orts starke Zweifel ob der Mensch in der
Lage wäre aus dem Gehäuse der Hörigkeit auszubrechen.

186: Den Klassenkampf haben mit Sicherheit nicht die da Unten
eröffnet.

187: Droiture, Liberté, Solidarité! – Gerechtigkeit, Freiheit,
Solidarität!

188: Schon mehr als einmal ist aus einem kleinen Angeber ein
großer Schuft geworden! (Zit.)

189: Die Evolution ermöglichte nicht nur die Entstehung des
Menschen sondern sie wird ebenso gut sein verschwinden
ermöglichen.

190: Die neuen Institutionen und Rechtsverhältnisse die einen
humanen Umgang mit dem abweichenden Individuum
ermöglichen sollen, stehen unter dem Druck, ihre angestrebte
Humanität auf dem Wege des ökonomischen Nutzens
rechtfertigen zu müssen. (~Zit.)

191: Freilich, die »Sterbehilfe« werden faktisch vor allem jene in
Anspruch nehmen, die sozial deklassiert sind und sich daher
weder die beste Behandlung noch ausreichend Mitgefühl leisten
können. (Zit.)

192: Das Endziel der Macht ist es über Tod und Leben zu
entscheiden. Denken sie daran wenn sie das nächste mal einen
Großspenda lächelnd im Fernsehen sehen.

Sehr symbolisch. Der Truthahn darf leben.

193: In der Tat bezahlen die mittleren 80% der Bevölkerung die
Infrastruktur mit denen es den Heiligen erst ermöglicht wird
ihre Gewinne einzufahren.

194: Und sie denken sie sitzen fest im Sattel. Nun das tun sie
auch aber sie blicken in die falsche Richtung. Ein Pferd merkt das.
Erinnern sie sich an meine Worte wenn sie am Boden liegen.

195: Reichtum und Einfluss erhalten sich gegenseitig; das eine
hat ohne das andere kaum Bestand. (J-J.R.)

196: Parteien die primär auf den Eigenprofit fokussiert sind neigen
dazu, ihre Risiken systematisch auf den Rest der Menschheit
abzuwälzen. (~Zit.)

197: Es ist eine Illusion das eine freie Marktwirtschaft unter der
Federführung von Frauen sozialer wäre. Die freie Marktwirtschaft
macht den Menschen, nicht der Mensch die freie Marktwirtschaft.

198: Das Böse bricht in die glaubensmüde, entgötterte Welt ein,
hedonistisch und technisch hoch munitioniert. (Zit.)

199: Wer nicht genannt wird steht unter Informantenschutz.

200: Manchmal ist das Böse, dass Böse im Kopfe des Betrachters.
(~Hegel)

201: Es wäre klüger den Robotern beizubringen die Menschen
zu mögen als ihnen zu zeigen wie man sie tötet.

202: Vertrauen, Vorurteile und die Übernahme der
Gruppenmeinung ist nichts anderes als eine notwendige
Reduktion von Komplexität.

203: Wenn ihnen das neoliberale Mediensystem erzählt das
Rassismus böse ist; dann hat das nicht den Grund das es so
herzensgut ticken würde. (Cui bono?)

204: Die Moral macht die Bürger. Die Bürger machen die Gesetze.
Und die Gesetze machen die Moral.

205: Die Hauptkategorie ist der Mensch; alles andere
sind nebensächliche Attribute.

206: Die Ausnahme von der Regel ist ein notwendiger
Bestandteil zur Eingrenzung der Regel selbst.

207: Eine Regel ohne Ausnahmen wäre die einzige
und letzte Regel die es gäben würde.

208: Ihr tut was ihr tut für jene die ihr kennt.
Ich tue was ich tue für jene die ich nicht kenne.

209: Ihr tut was ihr tut damit ihr in Ruhe leben könnt.
Ich tue was ich tue damit ich in Ruhe sterben kann.

210: Du bist besorgt das du falsch liegst.
Ich bin besorgt das ich richtig liege.

211: Der Wettstreit (Gr. Agon) ist tief verwurzelt in der
menschlichen Lebensart. Man kann dem Menschen nicht
einfach eine Arena wegnehmen ohne ihm eine andere als
Ausgleich anzubieten.

212: Den Menschen ständig etwas nehmen ohne ihnen einen
adäquaten Ausgleich anzubieten ist unverschämt.

213: Fast egal wo man aufsteigt; ab einem gewissen Punkt geht
es nur mehr darum den Idioten ihr Geld abzuknöpfen.

214: Suche nach dem Optimum und nicht ständig
nach dem Maximum oder dem Minimum.

215: Wer seinen substanziellen Besitz veräußert kann
zumindest eine Zeit lang davon leben.

216: Mit dem verschwinden des eigenen substanziellen Besitzes
steht das eigene Leben auf der Kippe.

217: Die Notwendigkeit hoher Umverteilung ist kein Zeichen einer
guten Marktwirtschaft. Viel eher ist es ein Zeichen das der Markt
nicht die nötige Performance liefert. (Zit. glaub ich.)

218: Wenn jemand gegen den Schwangerschaftsabbruch nach
einer Vergewaltigung ist, fordert er nichts anderes als das
moralisch Verwerfliche biologisch zu belohnen.

219: Politik ist die Produktion kollektiv bindender Entscheidungen.
(N.Luhmann)

220: Wer geliebt werden möchte muss damit einverstanden sein
das zu sein welches der andere an einem liebt.

221: Audiatur et altera pars. – Man höre auch die andere Seite.

222: Das biologische und das soziale Geschlecht sind zu
Unterscheiden. Es bringt nichts mit den einen darüber zu
reden wenn diese das andere meinen.

223: “Ich werde auf dich acht geben, mehr aber auch nicht!”
(evtl. obszön)

224: Ein großer Wortschatz erhöht die gefühlte Freiheit eines
Menschen ganz erheblich. Wenig Worte. -> Wenig Welt.

225: Wenn ein Riese und ein Zwerg um die Wette laufen wird mit
jedem Schritt der beiden der Abstand zueinander größer. (~Zit.)

226: Es wird derzeit nur die Qualität der Diskriminierung
nicht aber die Quantität geändert.

227: Wer den Sender und nicht dessen Nachricht kritisiert
hat im Prinzip seine Niederlage schon eingestanden.

228: Die natürlichen Gewinner generieren Umstände um ihre
bereits erzielten Vorteile zu sichern, sie auszubauen, und nicht
in die Gefahr zu kommen etwas davon zu verlieren.

229: Die Gewinner machen die Spielregeln. Nicht die Verlierer.

230: Verteilung heißt, dass niemand so reich ist, dass er andere
kaufen kann und niemand so arm, dass er sich verkaufen muss.
(J-J.R.)

231: Kennzahlen, die durch digitale Selbstvermessung entstehen,
sind letztlich ein Mittel zur Disziplinierung von Menschen. (Zit.)

232: Wenn es tatsächlich stimmt das zwischen 350-700 A.D die
meisten antiken europäischen Schriften verschwunden sind;
nun, dann besteht hier ein deutlicher Aufklärungsbedarf.

233: Das streben von Nationen nach Hegemonie ist insofern
nachvollziehbar den wenn sie es nicht selbst tun wird es einfach
eine andere tun.

234: Ein Aphorismus ist ein Tropfen Weisheit;
gepresst aus einem dummen Schwamm.

— End-of-Topic —