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Die soziale Evolution der Gesellschaft.

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(07/2019 A.D.)

Ich werde im folgenden Artikel die Entstehung von Gesellschaft historisch nachzeichnen.

Beginnen wir vor ungefähr 200.000 Jahren. In diese Zeit setzt die moderne Wissenschaft den Zeitpunkt der Entstehung des Homo sapiens an. Natürlich wurde der Homo sapiens nicht einfach herbeigezaubert und war damit plötzlich da, sondern es handelt sich um eine evolutionäre Entwicklung. Was macht Evolution? Sie geht in drei Schritten vor: Variation -> Selektion -> Restabilisierung. Das ist der stehtige wiederkehrende Dreischritt der Evolution.

Da viele dieser Abläufe parallel erfolgen spricht man im Allgemeinen von einer Ko-Evolution. Nichts entwickelt sich also unabhängig voneinander. Evolution ist ein gemeinschaftlicher Prozess. Dieser Prozess betrifft nicht nur einzelne Populationen sondern es trifft auch auf Gesellschaft hin zu.

Stellen sie sich die afrikanische Steppe vor. Ein paar duzend
Leute: Männer, viele Frauen und einige Kinder. Zur damaligen Zeit war das gesellschaftsbildende Merkmal die Sippe, die Familie, der Stamm. In dieser Zeit spricht man von segmentär differenzierten Gesellschaften.

Bildlich könnte man es modelhaft so darstellen:

segmentaer_differenzierte-gesellschaft
Am Ende der Steinzeit also vor ca. 10.000-5000 Jahren waren viele Populationen auf der Erde bereits sesshaft. Es kam zur Dorfbildung und die primäre große Organisationsform war in Form von Metropolregionen bzw. Stadtstaaten gegeben. Mit dem einsetzenden Mittelalter (ab 500 A.D.) und der Arbeitsteilung kann man dann beobachten das sich in Gesellschaften
Schichten(Stände) herausbilden. Die bekanntesten dieser Stände
waren wohl der Adel & Klerus. Darunter die anderen Stände.
(Bauern, Handwerker etc.)

stratifikatorische_gesellschaft

Dem nicht genug entwickelte sich die Gesellschaft weiter. Sie differenzierte sich weiter aus und formte verschiedene Funktionssyteme(Politik, Religion, Wirtschaft, Recht u.s.w.).
Die Evolution wird hier durch den Drang nach Funktionserfüllung vorangetrieben. Beliebt in diesem Zusammenhang ist der ständige Wunsch nach Reduktion von Komplexität. Durch die französische Revolution und dem damit einhergehenden vorantreiben der Abschaffung der Stände kommt es zu einer “Verflüssigung” der Aufgaben und funktional ausdifferenzierte Gesellschaften entstehen.

Sehen sie sich folgendes Bild an:

funktionalle_differenzierung

Das die Politik hier zentral abgebildet ist, hat nichts zu bedeuten. Soziale Funktionssysteme unterliegen eigenlich keinerlei Hierachie. Vielmehr gibt es nur eine strukturelle Kopplung zwischen ihnen, die aber nicht festlegt wer der Boss wäre. Nicht leugnen kann man hingegen das, dass Wirtschaftssytem ausgesprochen stark ist. Das liegt wohl an der alten Weisheit “Geld regiert die Welt.”; und daran das von den 100 finanzstärksten Global-Playern – 70 Privatunternehmen am Spiel beteiligt sind. Das bewirkt dann den Eindruck, die ganze Politik sei nur gekauft. Die Wahrheit ist aber, sie kann gar nichts tun.

Bis jetzt war Luhmann unser Wegbegleiter, nun nehme ich allerdings I.Wallerstein mit ins Boot um noch eine letzte Form der Differenzierung, zumindest doppelt mit Quelle abzusichern.

Es geht um die Differenzierung von Zentrum zur Peripherie.

In globalen Maßstab bilden sich zentralere Orte mit höherer Vernetzungdichte wärend sie zum Rand hin abnehmend andere Zonen finden. Man spricht heute zwar schon von einer Weltgesellschaft aber ganz so ist das dann vielleicht doch noch nicht.

Wir sehen z.B. im Westen eine durchgehend funktionell ausdifferenzierte Gesellschaft wärend in Randregionen auch noch Stammesgesellschaften leben. Die Kopplungen zwischen Zentrum und Pheripherie sind als sehr lose anzusehen.

Alles in allem, kann man auch Gesellschaften nicht vorwerfen das sie nicht evolvieren würden.
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